Die Reportage

Keine Angst vor der „Königsdisziplin“ des Journalismus

Eine gut geschriebene Reportage ist etwas Wunderbares: Durch ihre detailreiche, bildliche Sprache entführt sie ihren Leser an unbekannte Orte – sei es nun die Wüste Namibias, ein Camp für Geflüchtete oder der Gerichtssaal des örtlichen Amtsgerichts. Gleichzeitig ist der Text vollgepackt mit Fakten zu relevanten Themen aus Politik und Zeitgeschehen. 

Erzählerische Details und wichtige Informationen gekonnt miteinander zu verbinden, ist eine große Kunst, weshalb die Reportage als „Königsdisziplin“ des Journalismus gilt. Doch mit dem richtigen Handwerkszeug ist es gar nicht so schwer, eine mitreißende Reportage zu verfassen! Hier sind meine Tipps für dich.

  • Geh raus!Um eine Reportage zu schreiben, musst du vor Ort sein. Halte Augen und Ohren offen und sauge wie ein Schwamm alle Eindrücke auf, die für deine Geschichte interessant sein könnten. 
  • Such dir einen Protagonisten!Geschichten funktionieren besonders gut, wenn sie anhand eines Helden erzählt werden. Vielleicht musst du mehrere Interviews führen, bis du den passenden Protagonisten für deine Reportage gefunden hast – doch die Mühe lohnt sich. Übrigens: Anders als in den meisten journalistischen Texten darf in der Reportage der Autor in der „ich“-Form auftauchen. 
  • Sei anschaulich!Kleine Beobachtungen und wörtliche Zitate machen deine Reportage lebendig – ganz nach dem Motto: „Kino im Kopf“! Natürlich kommt es hierbei auf die richtige Dosis an. Wahllos Details aneinanderzureihen, macht deinen Text nicht besser.
  • Schreibe im Präsens!Durch die Verwendung der Gegenwartsform wird dein Text eindringlich und unmittelbar. Das Imperfekt, also die Vergangenheitsform, wirkt immer distanzierter.
  • Vom Konkreten zum Allgemeinen!Der Aufbau einer Reportage folgt meist einem festen Schema: Du beginnst mit einem Beispiel bzw. einem konkreten Fall, der exemplarisch für ein Problem, eine gesellschaftliche Entwicklung o.ä. steht. Dann folgen deine recherchierten Zahlen und Fakten dazu.
  • Finde deinen roten Faden!Anders als bei einer Nachricht nimmt die Wichtigkeit der Informationen im Verlauf des Textes nicht ab. Du darfst also einen Spannungsbogen aufbauen, damit deine Leser bis zum Schluss gefesselt werden. Um den dramaturgischen Aufbau vorab zu skizzieren, kann dir eine Mindmap oder eine klassische Gliederung helfen – wie damals beim Schulaufsatz.
  • Ende gut, alles gut!Lass den Text nicht einfach auslaufen, sondern überleg dir einen passenden Schluss, zum Beispiel ein Fazit oder eine Pointe. Denn das Textende ist entscheidend für den Gesamteindruck deiner Reportage.

Ob im „Stern“, im „Spiegel“ oder in der „Zeit“: Ich liebe ausführliche, pointierte Reportagen und bin immer wieder begeistert, wie toll manche Kollegen bzw. Kolleginnen schreiben können. Sicher, die Reportage als journalistische Darstellungsform hat unter den Fälschungen von Claas Relotiusgelitten – doch jetzt ist es an uns, ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. 

Wie ist das bei dir: Hast du schon mal eine Reportage geschrieben oder würdest du gerne eine schreiben? Worüber? Ich bin gespannt auf deine Kommentare!

Eine Antwort

  1. Erstmal danke für die hilfe, hat mich sehr geholfen.Wir haben jetz als Thema Reportage im Deutschunterricht und meine Deutschlehrerin hat uns für diese Woche die Aufgabe ein passendes Thema zu recharchieren und eine Reportage daraus machen.Wir hatten uns gleichzeitig im Religionunterricht über ein brutaler Mord an den Geschichtslehrer in Frankreich unterhaltet, ich fand das sehr interessant und habe mich dazu entschieden.Ich wusste halt am anfang nicht wie ich eine Reportage schreiben sollte aber dank dieser tipps bin ich vorbereitet,vielen dank.
    LG Aya

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