Mein Weg in die Selbstständigkeit

Bild: Canva/Sapna Richter

wie Frank Sinatra so schön sang.

Auch in dieser Woche greife ich gerne wieder eine Anregung aus der facebook-Gruppe auf – und zwar wurde gefragt Wie waren deine ersten Schritte in die Selbstständigkeit?

Nun, vermutlich etwas anders als normal … wie die Headline schon vermuten lässt. Lass uns mal zurückgehen ins Jahr 2001. Wie es bei mir sehr häufig, eigentlich immer, der Fall ist: Ich habe eine Idee und die muss reifen. Die kann dann schonmal ein Jahr im Kopf hin- und hergedreht werden, bis sie schlüpfen darf. So war das mit meiner Selbstständigkeit auch.

Von irgendwann auf jetzt, aber flott

Wir sind damals von Stuttgart nach München gezogen und ich wollte es endlich wagen – so lange schon träumte ich vom Schreiben am See und ganz viele Buchprojekten – Schriftsteller, so dachte ich, sind ganz besonders ausgeglichene und glückliche Menschen. Die beste Möglichkeit bot sich also durch den Umzug. Festanstellung gekündigt und los ging es – ins Abenteuer Selbstständigkeit. Dachte ich … 

Mein erstes Vorstellungsgespräch bei meiner Wunschzeitschrift – der SUGAR – verlief so ganz anders als geplant. Mir war schon klar, dass ich zuerst als freie Redakteurin Geld verdienen musste, bevor ich  mich mich als Autorin ganz dem Schreiben widmen konnte. Während ich also von Reportagen und Feautures träumte, holte mich die Chefredakteurin zurück in die Realität mit den Wort: „Das ist ja schön und gut. Und als Freie können Sie auch bei uns anfangen, ABER … wir suchen eigentlich viel dringender eine gute Stellvertretende Chefredakteurin und Sie bringen alles mit, was wir uns für diese Position wünschen würden.“ Da saß ich nun. Und war komplett konfus. Mein erster Gedanke: „Och nööö. Nicht jetzt.“ Versteh mich nicht falsch. Das wäre der Traumjob gewesen, wenn ich mich zuvor nicht so auf die Selbstständigkeit gefreut hätte. Ich versprach, eine Nacht drüber zu schlafen. Kennst du das? Wenn man etwas gar nicht so sehr will, dann wirkt man offensichtlich wie ein Magnet auf Jobs.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich nahm an – ich wurde „Stellvieh“ (wie wir die Stellvertreter immer  nannten). Meine Gründe: Netzwerk aufbauen, neue Abläufe kennenlernen, Shootings ins Südafrika, geschäftsführende Funktion (Budget-Hoheit) 🙂 … und eine unglaublich nette Redaktion. Der Traum der Selbstständigkeit? Erstmal passé.

Eines Tages jedoch …

. .. kam die Gelegenheit ein zweites Mal und dieses Mal mit Schwung. Ich war mittlerweile Chefredakteurin und bekam dann mein erstes Kind (von insgesamt dreien) und da die SUGAR bei einem englischen Verlag erschien und die so etwas wie Mutterschutz und Elternzeit schlicht nicht kannten, hab ich folgenden Deal ausgehandelt: Ich nehme drei Wochen frei und arbeite als Freie weiter aus dem Home Office. Allerdings keine Leitungssachen mehr, sondern als freie Reporterin.

Mein Glück: Sie willigten ein. Elternzeit habe ich trotzdem eingereicht – für zwei Jahre. Damit hatte ich dann auch mein Sicherheitsbedürfnis ruhig gestellt … das war wie ein doppelter Boden. Sollte das mit der Freien-Tätigkeit schief gehen, konnte ich ja wieder zurück in meine Festanstellung mit offiziell 40, in echt 50-60 Wochenstunden. Hat aber prima geklappt – um nicht scheinselbstständig zu sein, durfte ich dann auch andere Magazine bedienen und so kam ich eines Tages zur JOLIE.

Beam me to 2003 …

Wir sind nun im November des Jahres 2003. Das war dann mein erstes komplettes und großes Projekt als externe Redaktionsleitung. Das Magazin suchte freie Redakteure, bislang war nur ein Dummy am Markt und der hieß anders – ich weiß nicht mehr wie. Meine „Bewerbung“ lag bestimmt ein dreiviertel Jahr dort, ohne dass sich jemand gemeldet hätte. Eines Tages rief die Stellvertretende Chefredakteurin an und meinte, für die Printausgabe wären sie gut besetzt, aber es müsse ein Online-Auftritt konzipiert und umgesetzt werden und da ich das ja im Jahr 1998 bereits schonmal gemacht hatte (bei der Dino entertainment AG in Stuttgart damals/ girlsplanet.de – Magazin und Mädchen-Online-Community) würden sie sich freuen, wenn ich das für die JOLIE umsetzen könnte. Und so stand ich mit der Chefredakteurin (Michaela Mielke) und dem IT-Verantwortlichen (Mark Pankow) im Verlag – damals Axel Springer – und erklärte mit DINA 4 Seiten auf dem Boden, wie man eine Website aufbauen könnte.

Notiz am Rande: Damals musste man die Seiten programmieren lassen – es gab noch keine Baukästen oder WordPress etc. von SEO sprach auch noch niemand – man packte zunächst einfach fertige Heftinhalte online. Im Laufe der acht Jahre, die ich dort als Freie den Online-Auftritt erst verantwortete, später belieferte, hatten wir so einige Relaunches zu meistern – inklusive drei verschiedenen Content Management Systemen. Und seither ist mein Netzwerk immer weiter gewachsen und ich darf dir nun in einem Onlinkeurs all mein Wissen weitergeben. Als Newsletter-Abonnent wirst du zuerst erfahren, wenn er online geht 🙂

Sooooo, das wurde jetzt doch länger als geplant – aber hey, that’s my story!

Wie bist du zur Selbstständigkeit gekommen? Schick mir deine Geschichte und ich stelle sie gesammelt hier vor!

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