Sommerloch? Ohne dich! Plus 5 Umsatz-Booster

Bild: Canva

„Der Sommer ist doppelt teuer – ich bin im Urlaub und verdiene nichts und wenn ich da wäre, sind es die Aufträge nicht!“ So beklagte sich neulich eine Freundin bei mir. „Ist das wirklich so?“, habe ich mich gefragt. Und muss ganz klar sagen: Bei mir nicht. Tatsächlich ist der Sommer für alle Freien nicht zwingend umsatzarm. Was die Presse oft „Sommerloch“ nennt, dreht sich im Allgemeinen eher um mangelnde, spannende Themen. Und ja, ein paar Freie klagen tatsächlich über einen Umsatzrückgang in den Sommer-Monaten.

Aber viele – darunter ich – könnten in den Sommermonaten Dreifach-Schichten fahren. Das soll nicht überheblich klingen, ich denke, es liegt an der Verteilung und der Akquise. „Ja, klar, Cordu, du wieder mit deiner Akquise!“ Ja, ich mit meiner Akquise. Weil’s wahr ist. Und du kannst das auch …

Wie so oft: Alles eine Frage der Organisation. Ich verrate dir jetzt einfach mal wie ich es mache. Du kannst dir gerne was für dich rausziehen und für dich anpassen. Deal?

1) Beginne früh

Ich akquiriere die Herbst-Magazine Anfang des Jahres. Heißt, ich verpacke meine Ideen in ansprechende Exposés und sende sie an meine Bestandskund*innen.

2) Wer sind meine/deine Wunsch-Auftraggeber?

Ich überlege mir, mit wem ich arbeiten möchte und finde meine Ansprechpartner*innen, um Ihnen ebenfalls ein Exposé zu senden – plus Portfolio und Umfang des Angebots (Achtung: noch ohne Preise)

3) Antizyklisch ist Trumpf

Ich arbeite im Sommer antizyklisch. Meistens geht es sich automatisch aus – wenn die Redaktionen in den Hamburger Verlagshäusern verwaisen, können sie „alles“ an mich auslagern und ich mach dann die Magazine zu, texte Advertorials, schreibe Reportagen oder plane die Herbst-/Winter-Magazine – bereite meinen Inhouse-Kolleg*innen einen sanften Start nach deren Urlaub. Und wenn sie wieder übernommen haben, dann ist in Bayern Ferienzeit und wir vereisen.

Antizyklisch kann auch so aussehen: Als die Kinder noch klein waren, habe ich sehr früh morgens gearbeitet (ab 6h am Schreibtisch), dann wieder von 12h-15h (zum Mittagschlaf) und ab 19 Uhr die letzte Runde J … geht alles, solange es absehbar ist.

4) Vorbereitung ist alles

Ich bereite vier Wochen vor meinem eigentlichen Urlaub im August (ich bin immer drei Wochen weg und ja, der Laptop bleibt zu Hause) alles vor. Heißt: Ich habe alle Interviews im Kasten, ich habe alle Magazine mit Konzept und Struktur geplant, alle Freien sind gebrieft und jede*r weiß, was zu tun ist. Für den Notfall gibt es eine wundervolle Kollegin – sie variiert je nach Projekt – die im Notfall im Lauf übernehmen kann: Stichwort „Vertretung“ und ich habe die Termine der Projekte so vergeben, dass in meiner Abwesenheit nichts aufpoppen kann, weil es entweder im Druck ist oder so vorbereitet wurde, dass es nach meiner Ankunft in den Druck kann. Meine Onlineprojekte sind gebatcht – heißt: Alle Texte sind geschrieben, die Bilder bearbeitet, ins System gepackt – und auf den geplanten ET eingestellt. Ob das immer klappt? Ja, immer.

5) Onlinekurse & Co.

Für meine eigenen Online-Projekte kann ich natürlich noch leichter vorplanen, weil ich das selbst steuern kann und keine Deadlines von Außen reinkommen. Dafür lege ich in meiner Jahresplanung vorher die Urlaube fest – im Grunde sind wir so gut wie jede Ferien weg, ganz einfach deshalb, weil das die Zeiten sind, die uns als Familie enger zusammenschweißen und wir ja auch nur in dieser Zeit wirklich wegkommen. Wir sind in der glücklichen Position, dass wir beide Unternehmer*in sind und deshalb nicht an die 20-30 Urlaubstage gebunden sind. An dieser Stelle ein Hoch auf die Selbstständigkeit!

Soooo, jetzt weißt du wie ich es mache – was kannst du für dich rausziehen und auf dein Business übertragen? Wer sind deine Bestandskunden? Wem könntest du noch ein Angebot vor deinem Urlaub machen, sodass du nach deinem Urlaub direkt wieder loslegen kannst? Wen möchtest du gerne neu dazugewinnen?

Dieser Newsletter wird länger, denn ich möchte dir gerne noch 5 Umsatz-Booster-Ideen mit auf den Weg geben:

Umsatz-Booster Nummer 1

Vielleicht bist du als Freie*r schon ein paar Jahre im Geschäft. In deinen Dateien haben sich sicher schon einige Artikel angesammelt, oder? Wenn du kein Total-Buy-Out vereinbart hast, kannst du sie wieder zur Veröffentlichung anbieten. Aber bitte mit offenen Karten spielen: Es kommt nicht gut, wenn du es als exklusiv verkauft hast und es an andere Stelle plötzlich aufpoppt. Voraussetzung ist natürlich: Du bist der Urheber und du besitzt die entsprechenden Nutzungsrechte. Mach diese Ressourcen zu Geld, statt sie ungenutzt auf der Festplatte versauern zu lassen!

Umsatz-Booster Nummer 2

Stammkundenbereich ausbauen – heißt, neue Kund*innen aufbauen und zu Bestandskund*innen machen. Im Textbereich wäre das: andere Redaktionen, Magazine, andere Agenturen, Dienstleistungen wie Textpakete oder Advertorials anbieten. Generell Neues ausprobieren – vielleicht Shootings, Komplettproduktionen? Als Magazinler*in an Bücher wagen? Was sind deine Träume? Vorteil von Bestandskund*innen: Während bei der Akquise von Neukund*innen der Aufwand für Pitch, Exposé das richtige Anschreiben, Portfolio, Angebot etc. recht groß ist, reicht bei Stammkund*innen oft ein lockeres Angebot per Mail, weil eine Vertrauensbasis bereits besteht. Außerdem ist die Erfolgsquote der Abschlüsse bei deinen Traum-Dauerkund*innen deutlich höher. Das sorgt für mehr Aufträge und letztlich für mehr Umsatz.

Umsatz-Booster Nummer 3

Nutze dein Netzwerk! Und gerne auch das deiner Kolleg*innen. Ob du es mithilfe von Berufsverbänden nutzt wie beispielsweise den Bücherfrauen oder in facebook-Gruppen – egal! Trau dich zu fragen. Vielleicht hat jemand zu viel auf dem Tisch und ist froh, was abzugeben oder du darfst einen Gast-Beitrag auf einem Blog schreiben und kannst das als Referenz anführen. Die Ideen sind vielfältig. Ein Netzwerk baut sich nicht über Nacht auf, aber etwas tun dafür, das musst du schon. Wenn du noch am Anfang stehst oder dein Netzwerk eingeschlafen ist, dann schnapp dir gerne mein Freebie – den Netzwerk-Guide!

Umsatz-Booster Nummer 4

Natürlich ist es neben der Pflege der Bestandskunden auch wichtig, Neukunden zu gewinnen. Das funktioniert sehr gut über dein bestehendes Netzwerk. Aber es gibt noch eine zweite Möglichkeit: Erhöhe deine Sichtbarkeit im Internet! Facebook- oder LinkedIn-Anzeigen, die auf deine eigene Seite verlinken, funktionieren schnell, sind aber zum Teil sehr teuer. Günstiger ist es, Keyword- und SEO-optimierte Texte zu schreiben und diese als Blog-Artikel auf deiner Seite oder als Gastbeitrag auf anderen Websites oder Blogs zu posten. Natürlich mit einem Link zu deinem Internetauftritt. Über diesen Weg erhältst du nicht nur zusätzliche Besucher auf deiner Website. Du wirst mit der Zeit auch mehr und mehr als Experte zu deinem Thema wahrgenommen. Das schafft Vertrauen und sorgt für neue Aufträge.

Umsatz-Booster Nummer 5

Poliere dein Portfolio auf und geh raus damit – ob du es auf deiner Website einbaust, auf Instagram vorstellst oder es an deine Mails zum Exposé hängst: Ein Portfolio zeigt deine Arbeit in angemessenem Rahmen – gut gemacht, ist es häufig ein Argument, sich für deine Arbeit und somit für dich zu entscheiden.

Reader Interactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.