Und welcher Texter-Typ bist du?

Schreiben ist ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Rechtschreibung und Grammatik bilden die Basis – ohne geht’s nicht! Außerdem solltest du alle Textgattungen kennen, die in dein Metier fallen: Journalisten müssen wissen, was eine Nachricht von einem Kommentar unterscheidet, Werbetexter sollten ihren Schreibstil an Print- und Online-Medien anpassen können. Und Romanautoren sollten die Zutaten für einen gelungenen Plot kennen – hier findest du meine Tipps zum Story-Aufbau.

Doch abgesehen vom fachlichen Knowhow gibt es einige individuelle Charaktereigenschaften, die dir dabei helfen, einen guten Text zu schreiben – oder eben nicht. Hast du manchmal Probleme, Worte aufs Papier zu bringen? Stehst du dir beim Schreiben öfter selbst im Weg? Dann check mal, ob du dich in einem dieser drei „toxischen Texter-Typen“ wiedererkennst!

Pragmatismus: Für dich sollen Texte Infos wiedergeben, mehr nicht. Du formulierst gerne knapp, für sprachliche Sperenzchen oder ausufernde Details hast du keine Zeit. Je eher du mit dem Schreiben fertig bist, desto besser.

Mögliche Lösung: Lies mal wieder einen Roman oder eine komplette Ausgabe der „Zeit“. Lass dich von den gut recherchierten Texten der Kolleg/innen inspirieren und notiere Formulierungen, die dir gefallen. Vielleicht kannst du sie bei Gelegenheit nutzen, um deinen eigenen Texten mehr Würze zu verleihen?

Perfektionismus: Du willst in deinen Texten wirklich jeden Aspekt deines Themas berücksichtigen und feilst ewig an deinen Sätzen herum. Das endet oft in ellenlangen Aufzählungen, einer Ansammlung von Fakten und Fachbegriffen – und in Deadline-Problemen.

Mögliche Lösung: Mach dir vorab eine Gliederung – wie bei einem Schulaufsatz! Priorisiere dann die einzelnen Punkte. Was muss unbedingt rein in den Text, was ist weniger wichtig? Um redundante Formulierungen zu tilgen, bitte einen Kollegen, deinen Text gegenzulesen.

Egoismus: Du betrachtest jeden Text als einen Teil von dir, legst dein ganzes Herzblut hinein. Mit Kritik kannst du überhaupt nicht gut umgehen, denn wer an deinen Texten herummäkelt, der beleidigt dich als Autor …

Mögliche Lösung: Versuche, dich ein wenig zurückzunehmen – vor allem wenn du eine Auftragsarbeit für einen Kunden schreibst. Du möchtest dich dennoch kreativ austoben? Dann schreib doch einen Blog oder einen Roman! Dann hast du die volle Gestaltungsfreiheit.

Und? Fühlst du dich ertappt? Keine Angst, das bedeutet natürlich nicht, dass du grundsätzlich ein schlechter Texter bist. Schließlich sind wir alle mehrdimensionale Charaktere und besitzen zum Glück mehr als nur eine Eigenschaft. Ich selbst habe zum Beispiel einen Hang zum Perfektionismus: Sobald ich einen Artikel abgegeben habe, fallen mir noch hundert Kleinigkeiten ein, die ich anders oder besser hätte machen können.

Da hilft nur ruhig durchatmen und loslassen. Ich versuche dann immer, mich selbst zu beruhigen und sage mir: Sollte etwas nicht passen, wird sich der Kunde schon melden – dafür ist die Korrekturschleife schließlich da …

Wie ist das bei dir? Welche deiner Eigenschaften hindert dich am Schreiben? Verrate es mir!

Eine Antwort

  1. Welche deiner Eigenschaften hindert dich am Schreiben? Verrate es mir!

    Die Idee für eine Geschichte, einen Roman, ist seit einigen Jahren in meinem Kopf. Und nicht nur da; sondern als Notizen- und Ideensammlung, geordnet auf Papier und in Links für Sachbücher, die ich gelesen habe, teils in Englisch – und entsprechenden Webseiten mit Hintergrundinformationen in Google Keep.

    Deine Frage wird jetzt sein: was hindert mich am Schreiben?

    Meine Arbeit. Die ist anstrengend, als Techniker, Verkäufer und Einweiser digitaler medizinelektronischer Geräte im Außendienst.

    Wenn ich zuhause bin, abends, am Wochenende, bin ich meist müde, ausgebrannt – ohne Drive, Ausdauer und Konzentration. Schreibunfähig.

    Möglicherweise gibt es für dieses Problem keine Lösungen, außer diesen:

    1. Den Job zu wechseln und das Private wichtiger sein zu lassen

    2. Das Schreiben auf die Zeit in der Rente zu verschieben – in vier bis fünf Jahren.

    Oder vielleicht doch?

    Schönen Abend, mit freundlichen Grüßen

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