Pitch- und Exposéschreiben

Interview zum Thema Pitch- und Exposéschreiben

Grafik: Canva

Ich hab’s getan! Ich hab meinen Workshop „Pitch- und Exposéschreiben“ zum ersten mal online gegeben und es hat (fast alles ) geklappt … bis auf die Aufzeichnung (Stichwort: Technikidiot). Weil ich den Kurs (dezent hoffentlich) beworben habe, wurde Jessika Alexa Hädecke auf mich aufmerksam. Sie interviewte mich für ihren Instagram-Kanal @jah_agentur. Jessika ist 26 Jahre jung, bloggt seit 2014 unter dem Name Miss Paperback, ist Alumni der Hochschule der Medien, an der sie Mediapublishing und Verlagswirtschaft studierte und gründete zu Beginn 2020 ihre Agentur jah! für Buchmarketing, PR und Literaturevents. In ihrer Bachelorarbeit konzentrierte sie sich ganz auf Communitys-Building in Buchverlagen und ist eine Expertin für Social-Media-Marketing. Jessika ist zudem als Task-Force-Sprecherin in der Nachwuchs-AG des Börsenvereins des deutschen Buchhandels e.V. aktiv. 

Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich da sofort begeistert zugesagt habe, um ein bisschen Mehrwert zu bieten – hier das Ergebnis zum Nachlesen:

1 Warum braucht man als Autor ein Exposé?

Ein Exposé ist deine Eintrittskarte in einen Verlag. Genaugenommen zu deinem künftigen Lektor bzw. zu deiner Lektorin. Ein Exposé ist eine Zusammenfassung deines Manuskripts, das im Idealfall so gut geschrieben ist, dass der Ansprechpartner sofort neugierig auf mehr wird. Das Exposé zeigt dem Lektor zudem, ob der Autor sein Handwerk beherrscht. Widme daher der korrekten Form besonders viel Aufmerksamkeit.

2 Die wichtigsten Punkte, die ein Exposé beinhalten sollte, sind:

1. Adresse des Autors, Arbeitstitel des Romans/Reportage etc., Genre mit Zielgruppe, Zahl der Normseiten

2. Figuren/Charaktere (Protagonist/Antagonist)

3. Die Handlung auf den Punkt formuliert, der Text soll neugierig machen – das Ende wird in einem Exposé immer verraten. Denn der Lektor will die Katze nicht im Sack kaufen.

3 Was ist ein Pitch und wozu braucht man ihn?

Ein Pitch ist die Essenz der Story – auf einen bis maximal drei Sätze reduziert. Damit steigst du im Anschreiben ein und auch um im Exposé einzuleiten, kann man einen Pitch voran stellen. 

Ist ein Pitch gut, erweckt er sofort das Interesse des Ansprechpartners und die Chancen, dass das Exposé gelesen wird, stehen dann sehr gut. Ein Pitch wird einige Male umgeschrieben, bis er richtig sitzt.

4 Sollte man ein Exposé grafisch gestalten?

Die meisten Lektoren die ich kenne, sind keine Freunde von grafisch gestalteten Exposés. Aber ich finde schon, dass man im Header oben sein Logo, die Adresse und den Arbeitstitel etc. durchaus leicht farblich unterlegen kann, sonst aber gilt – sofern der Verlag nichts anderes auslobt: Umfang: max. 2-3 Normseiten (eine Normseite hat 1.800 Zeichen, 30 Zeilen, Schriften: Courier New oder Times New Roman (Schriftgröße 12 Punkt). Wobei ich da abweiche und die Calibri, 12 Punkt nutze, da ich ein Fan von serifenlosen Schriften bin. Das nehme ich mir nach all den Jahren raus!

5 Wie erstelle ich ein Exposé für Reihen?

Schwierig – denn: Auch hier gilt, ob es ein einzelnes Buch sein soll oder eine Reihe: Das Exposé darf trotzdem nicht länger sein als maximal 2-3 Normseiten. Am einfachsten ist es, den Bogen, den die ganze Reihe umfassen soll einmal auf den Punkt zu formulieren – noch ohne Ende – und dann kurz jeden Band einzeln zu pitchen – um dann das Ende / die Auflösung zum Schluss hin zu beschreiben, sodass man weiß, worum es geht.

Mein Geheimtipp:

Als Grundsatz beim Exposé gilt: Show don’t tell! Man ist geneigt, Dinge zu behaupten, weil der Platz so gering ist, das macht die Handlung allerdings passiv. Und einen hab ich noch: Um zu testen, ob ein Autor was von seinem Handwerk versteht, liest der Lektor das Exposé einmal quer – und checkt, ob der rote Faden stimmt und die Geschichte trägt. Man merkt nirgendwo besser als im Exposé, ob die Geschichte Brüche hat und ob der Handlungsstrang Sinn macht. Wenn du also bei einer Stelle ins Rumeiern kommst, oder dir nicht ganz sicher bist, geh da nochmals rein. Du kannst sicher sein, das fliegt dir sonst genau deshalb um die Ohren.

Ich hoffe, du konntest ein paar Tipps für dich mitnehmen. Wie verkaufst du deine Dienstleistung und deinen Text – pitchst du? Schreib’s mir in die Kommentare!

Reader Interactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jessika Alexa Hädecke interviewte mich für ihren Instagram-Kanal @jah_agentur zum Thema Pitch- und Exposéschreiben ... juchuh! Und hier lest ihr das Ergebnis. Achtung, Mehrwert!