Nominalstil vs. Verbalstil – was ist besser?

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Was zeichnet lebendige Texte aus, die deine Leser lieben, sodass sie bis zum Ende dranbleiben? Klar, das Thema muss interessant sein und der Aufbau sollte clever gewählt werden. Doch da ist noch etwas: Nutze möglichst viele Verben, um deine Geschichte zu erzählen! Denn Verben transportieren die Hauptaussage eines Satzes – die Handlung. Aber was heißt das nun konkret? 

Bereits in einem meiner ersten Schreibkurse bekamen wir von der Dozentin Folgendes eingetrichtert: Verwendet Verben statt Nomen! Also „bezahlen“ statt „Bezahlung“, „erhalten“ statt „Erhalt“ usw. Und obwohl ich nun schon so lange als Texterin arbeite, muss ich mir diese einfache, aber wichtige Grundregel immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen. Denn es ist nun mal wahnsinnig bequem, sich hinter Wortungetümen im Nominalstil zu verstecken. Man klingt dadurch immer gleich irgendwie wichtig, aber eben auch distanziert. Nicht umsonst begegnet uns der Nominalstil häufig in der Wissenschafts- und Juristensprache sowie im Beamtendeutsch.

Vielleicht geht es dir ja wie mir, und du möchtest überflüssige Nominalkonstruktionen aus deinen Texten (weitgehend) verbannen, um sie aktiver und leichter lesbar zu machen.

Dann solltest du folgende Fallen vermeiden:

• Substantivierungen: Endungen wie -heit, -keit oder -ung sind Hinweise darauf, dass ein Verb in ein Substantiv umgewandelt wurde. Meist lassen sich solche Konstruktionen ganz einfach auflösen, wodurch ein kürzerer, verständlicherer Satz entsteht.
Beispiel: „Achte auf die Verwendung von Verben“ vs. „Verwende Verben“

• Wortzusammensetzungen: Es ist eine Eigenheit der deutschen Sprache, dass wir mehrere Wörter zu Komposita zusammenfügen können. Diese sind allerdings oft sehr lang und schwer zu lesen. Solche Wortmonster lassen sich aber oft problemlos in ihre Einzelteile zerlegen.
Beispiel: „Banktresorschlüssel“ vs. „Schlüssel für den Banktresor“

• Passive Formulierungen: Diese grammatikalische Form wird auch „Leideform“ genannt. Als Texter greifen wir meistens dann auf das Passiv zurück, wenn der Handelnde nicht bekannt bzw. unerheblich ist. Manchmal ist es jedoch möglich, die Passivkonstruktion aufzulösen und die Aussage in einen aktiven Satz zu verwandeln.
Beispiel: „Der Maus wurde von der Katze gefangen“ vs. „Die Katze fing die Maus“

• Adjektive und Adverbien: Ähnlich wie Substantive lassen sich auch überflüssige Adjektive und Adverbien vermeiden, wenn du das richtige Verb wählst. Dadurch wirkt eine Formulierung unmittelbarer und direkter.
Beispiel: „Er redete sehr laut“ vs. „Er schrie“

Bevor du dir nun diesen Text noch einmal genau vornimmst, alle Passagen im Nominalstil rot einkringelst und an mich zurückschickst, noch ein kurzer Disclaimer: Alle oben genannten Punkte sind Empfehlungen, keine in Stein gemeißelten Grammatik-Gesetze. 

Das bedeutet: Du kannst passive Sätze und Subjektivierungen natürlich durchaus benutzen, solltest dir dabei aber immer über deren Wirkung bewusst sein. Wenn du mit SEO-Tools wie Yoast SEO arbeitest, wirst du ohnehin dazu aufgefordert, einen gewissen Prozentsatz deines Textes passiv zu formulieren – wegen der Abwechslung. 

Ich persönlich bin sowieso kein Fan von sprachlichen Paradigmen. Es kommt schließlich immer darauf an, was du ausdrücken möchtest und an wen du dich wendest. Dennoch habe ich mir fest vorgenommen, in meinen Texten wieder stärker auf den Verbalstil zu achten. Unsere Sprache hat schöne Verben wie „schnabulieren“, „piesacken“ und „liebäugeln“ hervorgebracht – nutzen wir sie! 

Wie geht es dir mit dem Verbalstil? Musst du dich, wie ich, ab und an dazu zwingen, die aktive Variante zu benutzen? Oder hast du bereits alle -ungs und -keits aus deinem Wortschatz getilgt? 

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